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Ehrliche Veränderung – Wie kann sie gelingen?

 

In meiner Beratungs-Arbeit spielt Ehrlichkeit immer wieder eine zentrale Rolle. Sie beschäftigt mich auf Seiten meiner Klientinnen und Klienten, aber auch auf meiner eigenen Seite. In meiner täglichen Arbeit hat sie sich als zentraler Dreh- und Angelpunkt herausgestellt.

 

Warum ist (mir) Ehrlichkeit so wichtig?

Ein Ziel meiner Arbeit ist eine Veränderung im Leben meiner Klientin, meines Klienten zu erwirken. Diese Veränderung kann zwar außerordentlich vielfältige Aspekte betreffen und von sehr unterschiedlichem Ausmaß sein, aber ich kann behaupten mein Auftrag wäre nicht erfüllt, wenn die Situation meiner Klientinnen und Klienten sich vor und nach der Beratung gleicht. Das Ziel meines Klienten ist also eine Veränderung, wodurch diese auch zu meinem Ziel wird. Eine ehrliche Veränderung innerhalb eines Beratungsprozesses setzt jedoch voraus, dass vorangegangene Kommunikation

zwischen meinen Klienten und mir auf einer ehrlichen und vertrauensvollen Ebene stattfindet. Neben der Ehrlichkeit zwischen Berater und Klient sind aber noch zwei weitere Aspekte von größter Bedeutung damit ehrliche Veränderung gelingen kann:

 

 

[1] Ehrlichkeit gegenüber sich selbst

Als erste Frage ist zu betrachten, wie ehrlich ich als Person, die eine Veränderung wünscht, zu mir selbst bin. Wie differenziert kann ich meine eigenen Wahrnehmungen, Gedanken und Empfindungen betrachten und ausdrücken? Kann ich unterscheiden, ob ich eine Einstellung durch eigenes Abwägen oder aber durch Übernehmen anderer Meinungen  gewonnen habe? Weiß ich, dass das Problem, mit dem ich mich aktuell beschäftige auch tatsächlich das ist, was mich stört? Ein regelmäßiger intensiver Austausch mit sich selbst, kann Klärung bringen. Dieser muss kein weiteres To-Do auf einer eh schon langen Liste sein. Sondern vielmehr kann es dabei um ein kurzes Innehalten, Wahrnehmen und Hinterfragen gehen, welches mit etwas Geduld zur Angewohnheit wird. Wenn das Bauchgefühl nicht stimmt, ist das ein erstes Indiz dafür, dass ich nicht ganz ehrlich sind zu mir selbst bin. Hier lohnt es sich zu graben!

 

[2] Ehrlichkeit gegenüber dem Gegenüber

In den aller meisten Beratungsfällen ist es mit der Ehrlichkeit sich selbst gegenüber noch nicht ganz getan, auch wenn das der erste und auch unbedingt notwendige Schritt ist. Da das Veränderungsziel meiner Klientinnen und Klienten zumeist nicht isoliert von einer gewissen sozialen Einbettung betrachtet werden kann, umfasst die Umsetzung des Ziels meist eine Interaktion mit weiteren Personen. Diese Interaktion kann beispielsweise klärende Gespräche umfassen, sie kann sich aber auch auf das alltägliche Miteinander beziehen. Einer Interaktion, die aus einem Beratungsanlass entsteht, hat in den meisten Fällen das oben genannte Veränderungsziel im Fokus. Da, bzw. wenn, der Wunsch nach einer ehrlichen Veränderung besteht, darf die eigene Arbeit mit der Ehrlichkeit also nicht beim Selbst aufhören, sondern muss sich auch auf die soziale Interaktion ausweiten. Auch hier macht die Übung den Meister: Zwar lassen sich für geplante Gespräche gezielt Strategien festlegen, um das Anliegen ehrlich zu kommunizieren, aber gerade für die Adhoc-Gespräche ist es wichtig auch einen schnellen Zugang zu den eigenen Wahrnehmungen, Empfindungen und Einstellungen zu haben. Und so zeigt sich: ohne Ehrlichkeit gegenüber mir selbst, kann ich nicht ehrlich zu meinem Gegenüber sein und somit ist letztlich auch keine ehrliche Veränderung möglich.

 

Ich hoffe dieser Beitrag dient als kleiner Impuls in Sachen Ehrlichkeit. Wenn Sie mehr benötigen, um Ihre persönliche ehrliche Veränderung anzustoßen, melden Sie sich gerne!